Kaffeemaschinenhertsteller! Seit jahrzehnten druckt ihr auf eure füllstandsanzeigen am wassertank zwei skalen von denen niemand, der ernsthaft kaffee trinkt weiss, was sie messen. Tassen sind es jedenfalls nicht. Meist fangen die skalen unten mit einer grossen 2 an, gefolgt von einer kleinen 3. Die untere 2 reicht im ergebnis für eine 3/4tel gefüllte profitasse, die darüber liegende 3 reicht auch noch nicht.

Warum muss ich einen tank weiter als bis zur zwei befüllen, wenn ich eine tasse kaffee erzeugen möchte? Stammen diese skalen noch aus zeiten, als die menschen und ihre tassen kleiner waren und die kaffeemaschine noch nicht einmal erfunden war? War das eine theoretische überlegung eines wissenschaftlers, der mit statistischen methoden die “ideale” kaffeenierung eines minimenschen von damals berechnet hat?

Morgen für morgen muss ich für meinen kaffee den tank mit einer wassermenge befüllen bei der die skala 2 plus etwa 3/8tel skalenintervall anzeigt um eine volle tasse zu bekommen. Ist das absicht? Frisch erwachte kaffeetrinker sind am morgen nach dem aufstehen nicht in der lage komplexe befüllvorgänge vorzunehmen die 3 semester mathematikstudium voraussetzen. Das ist, als gäbe man einem fast zu tode erschöpften, kraftlosen verdurstenden mit arthrose und rheuma in den händen eine flasche wasser mit einem verschluss mit kindersicherung für erwachsene.

Schlimmer noch bei den messlöffeln. Eine profitasse braucht bei mir – nicht etwa wie einem immer vorgelogen wird – einen gestrichenen messlöffel, sondern einen leicht angehäuften mit 22,3° böschungssteigung, plus 2/7tel extra. Und einen unten sehr weit abgerundeten messlöffel zu 2/7tel zu befüllen ist eine herausforderung.

Jede noch so kleine abweichung im milligrammbereich erzeugt entweder dünne ungeniessbare und wirkungslose plörre, die wie tee aussieht (teetrinker sind keine echten menschen) oder ein gebräu dessen inhaltsstoffkonzentration so hoch ist, das man es ohne probleme zum auflösen von leichen oder zur reinigung von wirklich versifften industrieanlagen mit verkrusteten, über jahre eingebrannten schlackenablagerungen nutzen lönnte.

Man könnte aus dieser suppe das blut des aliens aus dem film Alien destillieren und mit einer kanne davon die tiefste “bohrung” in die erde vornehmen, die menschen je gemacht haben. Und ich schreibe hier nicht von tiefen, in der gesteine noch fest sind.

So, nach dieser langen übertreibung mache ich mir noch einen kaffee und hoffe nicht an hypocoffeinie oder ösophagusperforation zu sterben.