Nichts ist schlimmer, als sonntag mit einer verantwortbaren aber wirksamen menge alkohol bis in die nacht zu feiern, einen langen heimweg zu haben und gegen kurz nach zwei ins bett zu fallen, wohlwissend, das der wecker in absehbarer zeit drücken wird. Richtig gelesen: Drücken. Und ja, ich spreche wie üblich von harndrang. Erfreulicherweise gaben mir die faulen nieren 6 stunden ruhezeit.

Doch dann: Unerfreulich unangenehmes auferstehen oder besser auferliegen oder besser augen auf machen, mit ganzkörperversteifung. Ein alb muss sich in Morpheus’ reich geschlichen haben und mir kichernd verkrampfende, lähmende träume ins ohr geflüstert haben. Pinocchio muss sich ähnlich gefühlt haben, mit körper und extremitäten aus starrem holz.

“Hm, invertierte pubertät”, denke ich. Nur der 7,53% unter durchschnittsgrösse montierte pillermann hat gut geschlafen und hängt schlaff in seiner behausung aus 100% baumwolle. Das erleichtert das abstellen des harnweckers erheblich. So jedenfalls meine vorstellung. Doch der weg zum adäquaten entleerungsort sollte sich problematischer gestalten als gedacht.

WebMD würde die symptome beim aufstehen und den ersten “schritten” als fortgeschrittenen Parkinson oder wie üblich, als krebs im endstadium diagnostizieren. Es ist möglich sich auf zwei beinen fort zu bewegen und einen aussenstehenden beobachter das urteil zu entlocken, das diese unkoordinierte bewegungsabfolge nicht mehr in die kategorie “gehen”, “schwanken” oder “taumeln” gehört.

“Hm, bis zur spüle sinds nur noch zwei meter”, denke ich mir nach beurteilung der bewegungsqualiät und der ausarbeitung eines notfallplans, den ich jedoch schnell verwerfe, da die monatgehöhe des zweckzuentfremdenden kanalisationszuganges die berechnung einer ballistischen strahlkurve bedeuten würde.

Ohne auf unnütze details einzugehen, kann ich jedoch einen vollen erfolg in der regelgerechten und sozial akzeptierten form des projektes mit dem arbeitstitel “Let it flow, let it flow, can´t hold it back anymore” vermelden.

Kann man mir noch folgen? Und wo war ich überhaupt? Und was ist der zweck, grund, die rechtfertigung oder notwendigkeit dieses textes? Höchstwahrscheinlich die undbestreitbare tatsache, das ein notebook vor mir steht, ich noch nicht ganz “wach” bin und auf den wirkeintritt der ibuprofen warte, die vor einigen minuten mit einem schluck seltsam schmeckenden kaffees in meinen magen wanderte und es mir in diesem zustande unmöglich ist etwas anderes zu tun, als zu schreiben oder mich zu langweilen.

Erkunden wir die alternativen:

  • Masturbation – schmerzhaft, da blutdruck- und pulsanstieg und die mit der verspannung untrennbar einhergehenden penetrant pulsierend pumpenden kopfschmerzen, auf ein unerträgliches niveau katapultieren würde. Der keuschheitsgürtel für das aktuelle post-party-problem – oh, noch eine schlechte triptychale alliteration mit “p” – doch immerhin erfand ich mit dieser unnötigen feststellung das wort “triptychal” – mit vernachlässigbaren >3000 google-ergebnissen (offenbar alle englischsprachig).
  • Entpannte musik hören – Ein im normalfall bestenfalls bedingt bráuchbar bunter berieselungsmix, brächte bestenfalls binnen weniger minuten, ein nach rast, ruhe und relaxation rufendes restbewusstsein in den zustand einer schrecklich-schauerigen schmerzhaft stuporösen stress-schreckstarre.
  • Eine erfrischende dusche – schlaf- und resttrunken in einer nieselnden nasszelle stehen? Ich hasse es morgens zu duschen. Morgens möchte ich trocken blieben. Und überhaupt: Warum duschen menschen morgens? Ist ihr bett so siffig und verdreckt wie ein ranziges, faulendes moorbad in einer seit jahren verlassenen kurklinik, das dies nötig ist?

Und da haben wir ihn nun: Einen unangemessenen, peinlichen und fürchterlichen text mit meinen üblichen themen, der nach veröffentlichung schreit. Als vorsichtsmassnahme empfehle ich jeden leser, nach der lektüre das eigene gehirn zu formatieren. Die ibuprofen wirkt inzwischen, zeit unter der dusche zu schlechter musik, singend zu masturbieren. Nein, zu anstrengend. Ein weiterer kaffee ist genug tätigkeit.

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DANK DER FORSCHENDEN PHARMAUNTERNEHMEN KONNTE ICH DIE WELT MIT DIESEN TEXT BEREICHERN.